Erfahrungsbericht: Tilo


Tilo

Hallo, ich heiße Carmen Bertram und bin 37 Jahre alt.
Ich habe im August 2008 den 3-jährigen Tilo, ein Beagle/Terrier Mix, adoptiert. Es wurde mir gesagt, dass er Leishmaniose-positiv getestet wurde. Ich überlegte eine ganze Weile, was das war, da ich zuvor darüber nichts wusste. Also machte ich mich über das Internet schlau und fing an zu lesen. Weiß gar nicht mehr genau, wie lang ich gelesen habe, und auf wie vielen Seiten ich im Internet schaute. Es gibt so viel wissenswerte Seiten im Internet und alle Seiten halfen mir zu verstehen.
Verstehen, dass LM eine Mittelmeerkrankheit ist. Dass sie von Sand- / Schmetterlingsmücken übertragen wird. Aber nur die Arten von Mücken können dies übertragen.
Es ist nicht von Hund zu Hund oder von Hund zu Mensch übertragbar. Nachdem ich all das wusste, entschieden mein Mann und meine beiden Kinder (Sohn 10 Jahre, Tochter 12 Jahre alt) und ich, dass wir Tilo ein Zuhause geben möchten. Ein Zuhause, wo er es warm hat und viel Liebe bekommt. Tilo bekommt Tabletten, die Allopurinol heißen. Sie sind nicht teuer. Ein Raucher zum Vergleich müsste auf 1 Schachtel Zigaretten verzichten, was ist das schon? Es ist gar nichts und man gibt dafür einem Hund ein schönes Leben. Man stellt die Ernährung etwas um, gibt ihm seine Medikamente und es geht ihm gut. Sicher kann es auch passieren, dass die Leishmaniose ausbricht und man den Hund verliert. Weil, wie jedes Medikament, hat auch Allopurinol Nebenwirkungen. Aber bei einem gesunden Hund kann auch viel passieren. Auch er kann aus irgendwelchen Gründen krank werden und man muss mit ihm zum Tierarzt. Das Problem, so wie ich das sehe, ist, das viele Tierärzte sich nicht genügend über diese Mittelmeerkrankheit informieren und deswegen werden solche Tiere bei uns abgeschoben, einfach verurteilt. Aber sie haben ein Recht zu leben, wie all das andere auch. Jeder, egal wer, braucht Liebe, Wärme und Geborgenheit.
Jeden Tag schauen wir unseren Tilo an. Wir möchten ihn nicht mehr missen, unseren kleinen Engel und Prinzen. Und sollte ihm wirklich mal was passieren, ich würde immer wieder einem Leishmaniose-positiven Hund ein Zuhause geben. Mittlerweile haben wir noch eine LM-positive Hündin in Pflege. Auch sie bekommt ihre Tabletten und es geht ihr gut. Beide leben ihr Leben und genießen die Wärme und Zuneigung, die sie von allen bekommen. Auch von Menschen, die vorher nur Schlechtes hörten über diese Leishmaniose. Selbst sie kommen und geben den Beiden das, was jeder verdient ... Streicheleinheiten und Wärme. Das Rumtollen auf den Wiesen und Feldern ist so schön mit ihnen. Sie genießen jeden Tag. Und an jedem Tag blühen sie mehr auf.
Es gibt nichts Schöneres, als so was zu sehen. Ich kann nur an alle weitergeben: Bitte lest viel über Leishmaniose, erkundigt euch, sucht Ärzte so wie Mònica eine ist, die euch aufklären können, und die Angst, die ihr habt, wird verschwinden. Weil ihr dann wisst, damit umzugehen. Dieser Hund wird es euch ewig danken und euer bester Freund sein. Ihr habt ihn nicht aufgegeben, zurückgeschuppst. Ihr gebt ihm einen warmen Platz, nämlich ein Zuhause, wo er den Rest seines Lebens verbringen darf!

Tilo   Tilo